8. April 2026

Drei Meldungen aus unterschiedlichen Ecken des KI-Marktes, die zusammen ein Bild zeichnen: Die Hardware-Konsolidierung beschleunigt sich, die Urheberrechtsfrage bleibt ungeklaert, und der Machtkampf um OpenAIs Zukunft eskaliert weiter.

KI-Chip-Startups: Drei Viertel verschwinden bis 2030

Jon Peddie Research (JPR) zaehlt aktuell 135 Unternehmen, die KI-Prozessoren entwickeln -- 36 boersennotierte und 99 Startups. Die Prognose: Bis 2030 schrumpft die Zahl der Startups auf 25. Drei Viertel verschwinden durch Uebernahmen, Insolvenz oder stillschweigende Einstellung.

Die Konsolidierung laeuft bereits. Groq wurde von Nvidia uebernommen, Graphcore von SoftBank. Cerebras und Hailo streben Boersengaenge an -- ob sie durchkommen, ist offen. Weitere bekannte Namen im Feld: Tenstorrent, SambaNova, Esperanto, Mythic, Q.Ant und Taalas.

JPR-Chef Jon Peddie benennt den Kernfehler vieler Startups: Sie unterschaetzen den Aufwand fuer konkurrenzfaehige Software-Oekosysteme. Ein Chip allein reicht nicht -- ohne Treiber, Compiler, Frameworks und Entwicklergemeinschaft bleiben Kunden aus. Nvidias CUDA-Vorsprung ist weniger ein technischer als ein oekonomischer Graben.

Hinzu kommt chinesische Konkurrenz: Alibaba, Baidu, Huawei, Cambricon und Moore Threads entwickeln eigene KI-Chips und draengen in Maerkte, die westliche Startups ebenfalls bedienen wollen. JPR identifiziert fuenf Marktsegmente mit jeweils eigenen Gewinnern: KI-Training, Cloud-Inferenz, Edge-KI (Smartphones/PCs), IoT und autonome Systeme.

Apple: Sammelklage wegen KI-Training mit YouTube-Videos

Am Bundesgericht fuer den noerdlichen Bezirk Kaliforniens in San Francisco wurde eine Sammelklage gegen Apple eingereicht. Klaeger sind unter anderem die Betreiber des H3-Podcasts (h3h3Productions) und mehrere Golf-Kanaele wie Golfholics. Weitere YouTuber koennen sich der Klage anschliessen.

Der Vorwurf: Apple hat den Datensatz Panda-70M fuer das Training von KI-Modellen verwendet. Dieser Datensatz enthaelt Millionen von YouTube-Videos, die durch Umgehung von YouTubes Schutzmassnahmen beschafft wurden. Apple selbst hat in Forschungspapieren die Nutzung von Panda-70M dokumentiert -- ein Detail, das der Klage konkrete Substanz verleiht.

Die Klaeger stuetzen sich auf den Digital Millennium Copyright Act (DMCA) und argumentieren, dass Apple substanziell von der unerlaubten Datennutzung profitiert habe. Die Klage reiht sich in eine wachsende Zahl von Urheberrechtsklagen im KI-Bereich ein. Sie ist insofern bemerkenswert, als Apple bisher seltener im Zentrum solcher Vorwuerfe stand als OpenAI, Google oder Meta.

Musk vs. OpenAI: 150 Mrd. USD Schadenersatz -- aber nicht fuer Musk

Elon Musk hat seine Klage gegen OpenAI und Microsoft aktualisiert. Die zentrale Forderung: Bis zu 150 Mrd. USD Schadenersatz, die nicht an Musk selbst, sondern an OpenAIs gemeinnuetzige Stiftung fliessen sollen. Sein Anwalt Marc Toberoff betont, Musk fordere "nicht einen einzigen Dollar fuer sich selbst".

Das Kernargument: OpenAI habe seine urspruengliche gemeinnuetzige Mission aufgegeben und Musk als fruehen Spender betrogen, indem es den Non-Profit-Status ausgenutzt habe. Konkret fordert Musk, dass Sam Altman und Greg Brockman ihre Anteile und finanziellen Vorteile an die Stiftung uebereignen. Zusaetzlich soll Altman aus dem Stiftungsvorstand entfernt werden.

OpenAI reagiert wie erwartet: Die Klage sei "eine Belaestigungskampagne, angetrieben von Ego, Eifersucht und dem Wunsch, einen Konkurrenten zu bremsen." Das Verfahren soll im April 2026 vor einem Gericht in Oakland, Kalifornien beginnen.

Quellen

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