2. April 2026

Block-CEO Dorsey will Manager durch AI ersetzen

Jack Dorsey, Twitter-Gruender und CEO von Block, hat zusammen mit einem Co-Autor einen Post veroeffentlicht, der eine provokante These aufstellt: Mittleres Management ist eine Informations-Routing-Funktion -- und die kann AI uebernehmen.

Die These

Dorseys Kernargument: Manager existieren primaer, um Informationen in der Unternehmenshierarchie nach oben und unten weiterzuleiten. Entscheidungen aggregieren, Berichte erstellen, Kontext herstellen -- alles Aufgaben, die ein "Live World Model" des Unternehmens besser und schneller erledigen koennte als Menschen in Meetings.

Block hat im Februar ueber 4.000 Mitarbeiter entlassen, mehr als 40 Prozent der Belegschaft. Was uebrig bleibt, soll in drei Rollen arbeiten: Builders (bauen Produkte), Problem-Owners (verantworten Ergebnisse) und Player-Coaches (fuehren kleine Teams und arbeiten selbst mit). Klassische Manager-Positionen, die nur koordinieren und genehmigen, gibt es nicht mehr.

Ein Detail macht Dorseys Argument staerker als aehnliche Thesen: Block ist Remote-first. Jede Entscheidung, jede Diskussion, jeder Approval-Prozess existiert bereits als digitaler Record. Das ist nicht nur Kultur, sondern auch Trainingsmaterial. Wer alles schriftlich hat, kann eine AI darauf trainieren, die Muster zu erkennen.

Einordnung

Die These bildet eine wachsende Stroemung ab. Mehrere Tech-Firmen experimentieren mit flacheren Strukturen, in denen AI die Koordinationsaufgaben uebernimmt. Dorseys Prognose: Lean, AI-first Teams werden aufgeblaehte Legacy-Firmen mit vielen Approval-Schichten schlagen.

Die offene Frage ist, ob "Informationen routen" wirklich alles beschreibt, was Manager tun. Menschenfuehrung, Mentoring, Konfliktloesung und kontextabhaengige Entscheidungen unter Unsicherheit -- das sind Aufgaben, die sich schlecht auf ein Routing-Problem reduzieren lassen. Ob das Modell jenseits von Tech-Firmen mit hoher Remote-Quote und starker Dokumentationskultur funktioniert, bleibt abzuwarten.

Quellen

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