2. April 2026

ElevenLabs steigt in AI-Musikgenerierung ein -- ElevenMusic als iOS-App

ElevenLabs, bisher primaer fuer seine Voice-Synthesis-Technologie bekannt, hat am 2. April 2026 die iOS-App ElevenMusic veroeffentlicht. Nutzer koennen damit per Textprompt Songs erstellen, remixen und entdecken. Der Schritt markiert die Expansion des Unternehmens ueber seinen Kernbereich hinaus in den umkaempften Markt der KI-Musikgenerierung.

Was ElevenMusic bietet

Die App ist derzeit kostenlos nutzbar. Nutzer koennen bis zu sieben Songs pro Tag generieren, wobei sich Laenge, Stil und die Frage, ob der Song Lyrics enthalten soll, per Parameter steuern lassen. Songs werden per natuerlichsprachigem Prompt beschrieben -- etwa Genre, Stimmung und Instrumentierung.

Neben der Erstellung bietet ElevenMusic eine Entdeckungsfunktion: Oeffentlich geteilte Songs anderer Nutzer lassen sich anhoeren und per Textprompt remixen. Tracks koennen geforkt und direkt bearbeitet werden.

Ein besonderes Merkmal ist die Vokalqualitaet. Tester beschreiben die generierten Stimmen als "beunruhigend realistisch" -- mit authentischer Atemtechnik, Vibrato und natuerlicher Phrasierung. Das ueberrascht wenig bei einem Unternehmen, das seine Reputation mit Voice Synthesis aufgebaut hat. Zudem unterstuetzt ElevenMusic mehrsprachige Vokalgenerierung nativ, darunter Japanisch, Portugiesisch und Arabisch.

Die API fuer kommerzielle Nutzung

Parallel zur App betreibt ElevenLabs eine Music API fuer Entwickler. Diese ist nach Unternehmensangaben auf lizenzierten Daten trainiert und fuer breite kommerzielle Nutzung freigegeben -- in Zusammenarbeit mit Labels, Verlagen und Kuenstlern. Auf Self-Serve-Plaenen ist kommerzielle Nutzung erlaubt, ausgenommen Film, TV und grosse Studio-Games. Enterprise-Kunden erhalten volle kommerzielle Rechte. Seit dem Start von Eleven Music wurden laut ElevenLabs ueber 750.000 Songs generiert.

Einordnung im AI-Audio-Markt

Der Markt fuer KI-generierte Musik waechst laut Branchenschaetzungen mit einer jaehrlichen Rate von knapp 28 Prozent (CAGR bis 2034). Die wichtigsten Akteure:

Suno dominiert mit ueber 100 Millionen Nutzern und zwei Millionen zahlenden Abonnenten. Das Unternehmen wird mit 2,45 Milliarden Dollar bewertet und generiert 300 Millionen Dollar Jahresumsatz. Suno Studio bietet einen Timeline-Editor, Stem-Separation mit bis zu zwoelf Spuren und MIDI-Export. Kuerzlich hat Warner einen Lizenzvertrag mit Suno geschlossen.

Udio, gegruendet von ehemaligen DeepMind-Forschern, positioniert sich staerker bei professionellen Produzenten. Sein Inpainting-Tool erlaubt das gezielte Regenerieren einzelner Song-Abschnitte. UMG hat mit Udio einen Lizenzvertrag geschlossen, der allerdings eine Einschraenkung mit sich bringt: Udio wird zur "Walled Garden" -- Kreationen koennen die Plattform nicht verlassen.

Google MusicFX DJ, angetrieben vom Lyria-Modell, bietet Echtzeit-Musikgenerierung mit interaktiver Steuerung von Instrumentierung, Tonart und Tempo. Die Tracks sind auf etwa 70 Sekunden begrenzt und kostenlos ueber Google Labs verfuegbar -- eher ein Experimentierfeld als ein Produktionswerkzeug.

Strategische Logik

ElevenLabs' Einstieg in die Musikgenerierung folgt einer nachvollziehbaren Logik: Das Unternehmen sieht voraus, dass AI-Audio-Modelle mittelfristig zur Commodity werden. Wer nur Voice Synthesis anbietet, wird austauschbar. Die Diversifizierung in Musik, kombiniert mit der bestehenden Staerke bei Stimmen, schafft ein breiteres Produktportfolio.

Ob ElevenMusic gegen die etablierten Player bestehen kann, ist offen. Suno hat einen massiven Vorsprung bei Nutzerzahlen und Produktreife. Udios Fokus auf professionelle Nutzer besetzt eine eigene Nische. ElevenLabs setzt darauf, dass seine ueberlegene Vokalqualitaet und die mehrsprachige Unterstuetzung ein Differenzierungsmerkmal bilden. Fuer den breiteren Markt duerfte entscheidend sein, ob die Post-Production-Tools -- derzeit noch als Schwaeche benannt -- zuegig ausgebaut werden.

Quellen

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