VS Code 1.115: Neue Agents-Companion-App fuer parallele Agent-Sessions
Microsoft veroeffentlicht mit VS Code 1.115 eine dedizierte "Agents"-Companion-App als Insiders-Preview. Die App laeuft als eigenstaendige Anwendung neben der Haupt-IDE und ist auf parallele Agent-Workflows ueber mehrere Repositories ausgelegt.
Features der Agents-App
- Parallele Sessions: Mehrere Agenten laufen gleichzeitig in separaten Sessions, auch ueber verschiedene Repos hinweg. Im Gegensatz zum bisherigen Chat-Panel, das an ein einzelnes Fenster gebunden ist, arbeiten die Sessions unabhaengig voneinander.
- Inline-Diffs: Aenderungsvorschlaege der Agenten werden als Inline-Diffs angezeigt, sodass jede einzelne Modifikation vor der Uebernahme pruefbar ist.
- Feedback an Agenten: Nutzer koennen waehrend einer laufenden Session gezielt Rueckmeldung geben und die Richtung des Agenten korrigieren.
- PR-Erstellung: Die App unterstuetzt die direkte Erstellung von Pull Requests aus einer Agent-Session heraus.
Neue Terminal-Features
VS Code 1.115 erweitert auch die Terminal-Integration fuer Agenten:
- send_to_terminal: Agenten koennen gezielt Eingaben an das Terminal senden -- relevant fuer SSH-Timeouts und Passwort-Eingaben, die bisher manuelles Eingreifen erforderten.
- Background Notifications: Terminal-Befehle, die im Hintergrund laufen, melden ihren Abschluss aktiv zurueck. Agenten muessen nicht mehr pollen.
- Playwright-Integration: Automatisierte Browser-Interaktionen lassen sich direkt aus Agent-Sessions steuern.
Customization-Kompatibilitaet
Die Agents-App uebernimmt die gesamte VS-Code-Konfiguration: Themes, MCP-Server, Plugins und Keybindings. Es handelt sich nicht um eine abgespeckte Variante, sondern um eine vollwertige VS-Code-Instanz mit speziellem Agent-Fokus.
Einordnung
Microsoft baut VS Code zunehmend um Agent-Workflows herum um. Waehrend Cursor und Windsurf als eigenstaendige Forks eine Agent-first-IDE liefern, waehlt Microsoft einen modularen Ansatz: Die Agents-App ist eine Companion-Anwendung, keine Abloesung des Editors. Bestehende VS-Code-Nutzer muessen weder ihren Editor noch ihre Konfiguration aufgeben.
Der Ansatz spiegelt Microsofts Strategie wider, das bestehende VS-Code-Oekosystem zu erhalten und Agent-Faehigkeiten als optionale Schicht hinzuzufuegen -- statt einen neuen Editor zu erzwingen. Ob das gegen die integrierten Erfahrungen von Cursor und Windsurf ausreicht, haengt davon ab, wie reibungslos die Companion-App im Alltag funktioniert.