Merlin Stein hat in der bisher groessten empirischen Studie zum tatsaechlichen Einsatz von AI-Agenten 177.436 Agent-Tools aus oeffentlichen MCP-Server-Repositories analysiert -- gesammelt zwischen November 2024 und Februar 2026.
Kernaussagen
- Software-Entwicklung dominiert: 67% aller Tools und 90% der MCP-Server-Downloads entfallen auf Software-Engineering-Aufgaben.
- Action-Tools nehmen rasant zu: Der Anteil von Tools, die die Umgebung aktiv veraendern (Dateien schreiben, APIs aufrufen, Transaktionen ausfuehren), stieg im Untersuchungszeitraum von 27% auf 65%.
- Mittleres Risikoniveau ist der Standard: Die meisten Action-Tools unterstuetzen Aufgaben wie Dateibearbeitung -- nicht trivial, aber auch nicht hochkritisch. Hoechststufige Anwendungen (z.B. Finanztransaktionen) existieren, sind aber die Ausnahme.
Methodik
Die Studie nutzt das Model Context Protocol (MCP) als Datenquelle, da es sich zum de-facto-Standard fuer Agent-Tools entwickelt hat. Tools wurden nach drei Wirkungstypen klassifiziert:
- Perception Tools -- Daten lesen und abrufen
- Reasoning Tools -- Daten und Konzepte analysieren
- Action Tools -- externe Umgebung veraendern
Zusaetzlich wurde ueber O*NET-Mapping ermittelt, welche beruflichen Taetigkeitsdomaenen die Tools abdecken und wie wichtig diese Taetigkeiten eingeschaetzt werden.
Relevanz fuer die Praxis
Fuer alle, die MCP-Server bauen oder AI-Agenten in Produktion betreiben, liefert die Studie drei konkrete Erkenntnisse:
- Tool-Design priorisieren: Wenn 67% der Nutzung auf Software-Engineering entfaellt, sollten MCP-Server-Entwickler diesen Use Case als primaeres Design-Ziel behandeln -- nicht als einen von vielen.
- Action-Tools brauchen Guardrails: Der Anstieg von 27% auf 65% bedeutet, dass Agenten zunehmend schreibend agieren. Wer MCP-Tools ohne Bestaetigung, Audit-Log oder Rollback-Mechanismus deployed, baut technische Schulden auf.
- Regulierer koennen auf Tool-Ebene ansetzen: Die Studie zeigt, dass die Tool-Schicht der richtige Ort ist, um Agent-Risiken zu monitoren -- nicht das Modell selbst, sondern was es tun darf.